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Infopult am SHW-Kriegerdenkmal enthüllt

Am Mittwoch, 5. Mai wurde von Oberbürgermeister Frederick Brütting und Ortsvorsteher Josef A. Fuchs im Beisein zahlreicher Mitglieder des Ortschaftsrates am SHW-Kriegerdenkmal in Wasseralfingen ein neues Infopult enthüllt. Es informiert über die Entstehung des Denkmals während der Zeit des Nationalsozialismus und ordnet seine Gestaltung historisch-kritisch ein.

Auf dem Bild sind (v.l.n.r.) Stadtarchivar Dr. Georg Feuerbach, Ortschaftsrätin Gabriele Walcher-Quast und Stadträtin Heike Brucker, Oberbürgermeister Frederick Brütting, Ortsvorsteher Josef A. Fuchs sowie die Ortschaftsräte Andrea Hatam und Jörg Rathgeb bei der Enthüllung des Infopultes zu sehen.
(v.l.n.r.) Stadtarchivar Dr. Georg Feuerbach, Ortschaftsrätin Gabriele Walcher-Quast und Stadträtin Heike Brucker, Oberbürgermeister Frederick Brütting, Ortsvorsteher Josef A. Fuchs sowie die Ortschaftsräte Andrea Hatam und Jörg Rathgeb bei der Enthüllung des Infopultes. (© Stadt Aalen)

Das 1937 in unmittelbarer Nähe zum Wasseralfinger Bahnhof errichtete Kriegerdenkmal besteht aus der Bronzestatue eines Jünglings, als sterbender Krieger dargestellt, und einer um die Skulptur angeordneten Pergola. Auf der Pergola sind die Namen der 92 im Ersten Weltkrieg gefallenen Mitarbeiter der Schwäbischen Hüttenwerke vermerkt und am First steht der Spruch: „Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte“ - die ersten zwei Zeilen des „Vaterlandslieds“ von Ernst Moritz Arndt. 

„Die Kriegerdenkmäler der 1930er Jahre hatten den Zweck, die Menschen an die Toten des Weltkriegs zu erinnern. Gleichzeitig sollten sie die Grundlage dafür legen, die Gefallenen des letzten Krieges in einem kommenden, neuen Krieg zu rächen. Es ist deshalb nötig, die Umstände unter denen das Denkmal entstand, historisch-kritisch einzuordnen. Wir erinnern heute anders an die Opfer dieser schrecklichen Kriege. Uns geht es um Aussöhnung, nicht um Rache“, stellte Oberbürgermeister Brütting klar. 

Wasseralfingens Ortsvorsteher Josef A. Fuchs schloss sich dem an und sprach davon, mit dem Infopult einen weiteren blinden Fleck aus der Ortsgeschichte zu tilgen: „Es ist nach der Aufarbeitung rund um das ehemalige KZ-Nebenlager Wiesendorf ein weiterer notwendiger Schritt, um uns unserer Vergangenheit kritisch und gedenkend zu stellen.“

Stadtarchivar Dr. Georg Feuerbach setzte anschließend die Errichtung und Gestaltung des Kriegerdenkmals in seinen historischen Kontext. Das Vaterlandslied, dessen erste Zeilen zu lesen sind, sei von den Nationalsozialisten im Sinne ihrer Weltanschauung oft verwendet und instrumentalisiert worden. Sie setzten Arndts „Knechte“, mit denen er die mit Napoleon verbündeten Fürsten gemeint hatte, mit den demokratischen Politikern der Weimarer Republik gleich: Beide Gruppen hätten gleichermaßen die Interessen der Nation verraten. Feuerbach: „Nach diesem Verständnis sollte das SHW-Kriegerdenkmal nicht nur den Gefallenen gedenken. Es sollte zugleich eine neue Generation für den Kampf gegen die ‚Feinde‘ im In- und Ausland mobilisieren.“ Für die Gestaltung wählte der Auftragsgeber Schwäbische Hüttenwerke nicht zufällig den Bildhauer Fritz Behn: Behn war eng mit dem nationalsozialistischen Kulturbetrieb verknüpft und propagierte selbst völkisch-nationale Ideen in seiner Kunst.

Das Infopult wurde auf Beschluss des Ortschaftsrates Wasseralfingen mit Mitteln des Stadtbezirks und in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Aalen errichtet. 

PNr. 301/2026

© Stadt Aalen, 13.05.2026