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Ausstellung "Verschwundenes Wasseralfingen"

31. Oktober 2026 - 10. Januar 2027

Orte verändern im Laufe der Zeit ihr Aussehen. So auch Wasseralfingen. Ein Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzender Boom der Montanindustrie (Berg- und Hüttenwerk) ließ die Zahl der Gebäude in Wasseralfingen rasant ansteigen. Wohn- und Geschäftshäuser wurden gebaut, umgebaut, abgerissen und neugebaut. Auch entstanden ganze Straßenzüge und Plätze neu.
Dieses neue Alt-Wasseralfingen wurde für die Generation unserer Urgroßeltern zur vertrauten und identitätsstiftenden Heimat.

Das Foto zeigt eine historische Fotografie das Gebäudes Wilhelmstraße 14 (Haus Niedermeier).
1961: Abriss und Neubau des Haus Niedermeier in der Wilhelmstraße 14 (bis 1946: Wilhelmstraße 33) (© Bund für Heimatpflege Wasseralfingen e.V.)

Viele der Gebäude aus damaliger Zeit sind inzwischen wieder verschwunden. Während ältere Bewohner Wasseralfingens diese Bauten selbst noch erlebt haben, stehen jüngeren zum Kennenlernen nur noch ein paar Schwarz-weiß-Fotos zur Verfügung. Bis heute erzeugt ein immerwährender Wandel
des Ortsbildes auch ein stetiges „Verschwundenes Wasseralfingen“.

Die Ausstellung im Museum (Bürgerhaus) stellt beispielhaft mit Hilfe von 70 Plakatbahnen das "Verschwundene Wasseralfingen" vor. Dabei enthält jede einzelne Bahn zwei bis vier Fotos, die passend zum jeweiligen Standort chronologisch von oben nach unten geordnet sind.

Um Inhalte besser zu veranschaulichen, wurden Ausschnitte der verwendeten Fotos stark vergrößert, wodurch es aber auch zur Beeinträchtigung der Bildqualität (Schärfe) kam.
Zur leichteren Unterscheidung erhielten einige der 70 Plakatbahnen die Namensbezeichnung „Haus XY“ (z.B. „Haus Nuding“). Diese Zuordnung orientiert sich an den Personen, die dort wohnten (Bekanntheit oder Wohndauer).

Diese Ausstellung ist nicht nur für Wasseralfinger interessant, da die Entwicklung in anderen Orten ähnlich verlief.

Ergänzt wird die Ausstellung durch einen Teil zur Industriegeschichte im zweiten Stock der Museumsgalerie: Das heutige Wasseralfingen wurde stark geprägt durch die Eisenindustrie. Erzbergbau, Verhüttung und Eisengusserzeugnisse aus Wasseralfingen waren weit über Ostwürttemberg hinaus bekannt.

Diese Entwicklung hat Spuren hinterlassen, die heute größtenteils nicht mehr sichtbar sind:

  • Da war der Hochofen auf dem Hüttenwerksgelände, weithin sichtbar und lange Zeit das Herz der Eisenindustrie.
  • Das früher wesentlich größere Bahnhofsgelände – heute nur noch ein Haltepunkt – mit den vielen Nebengebäuden und den Anschlussgleisen zum Hüttenwerk.
  • Die erste Zahnradbahn in Deutschland, mit der Erzgestein und Kalk vom Tiefen Stollen zum Hüttenwerk transportiert wurden.
  • Die Drahtseil schwebebahn, in deren Hängeloren nach dem Abbau der Zahnradbahn Erz und Kalk vom Stollen „Süßes Löchle“ ebenfalls ins Hüttenwerk gelangten.


Die Bedeutung Wasseralfingens und seiner Industrie beschreibt zur Eröffnung der Remsbahn sehr treffend die „Schwäbische Kronik“ am 7.7.1861: (Dass die Remsbahn) „neben der Berührung einer Anzahl wichtiger Orte in dem großartigen, weit über Württemberg hinaus berühmten Hüttenwerk Wasseralfingen einen vorläufigen würdigen Endpunkt findet.“

Öffnungszeiten Museumsgalerie im Bürgerhaus:
Freitag, Samstag, Sonntag (außer 1. Weihnachtsfeiertag und Neujahr): 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung.

© Stadt Aalen, 12.10.2026